Entstehung der Heidelandschaft
Bei der Heidelandschaft handelt es nicht, wie vielfach angenommen, um eine Naturlandschaft, sondern um eine Kulturlandschaft, die erst durch Eingreifen des Menschen diese Form erhalten hat. Bereits in der Jungsteinzeit wurden große Gebiete hier beweidet, so dass erste offene Flächen entstanden. Der ursprünglich vorhandene Waldbestand konnte nicht nachwachsen. Stattdessen siedelte sich eine Pflanze an, die gegenüber der Beweidung relativ resistent war, die Besenheide.
Bis etwa zum Jahr 1000 gab es jedoch immer wieder Phasen, in denen auch der Wald größere Gebiete wieder für sich erobern konnte, bevor mit dem Aufkommen der Heidebauernwirtschaft der Wald bis heute zurückgedrängt wurde. Durch so genanntes Plaggen verlor der Oberboden systematisch an Nährstoffen – die Heide breitete sich aus. Die Bauern trugen dabei die obersten Bodenschichten ab und und benutzen sie als Streu in den Ställen. Zusammen mit dem Kot der Tiere wurde der Boden so als Dünger auf kleinere Parzellen aufgebracht. Andernfalls wäre auf den von Natur aus recht nährstoffarmen Böden überhaupt keine Landwirtschaft möglich gewesen.
Ziel der Bauern war demnach, die Nährstoffe eines größeres Gebietes auf eine kleinere Fläche zu konzentrieren. Die abgetragenen Flächen litten darunter.
Ohne Bewirtschaftung würde die Heide jedoch auch heute durch Kiefern oder Birken langsam zuwachsen. Der Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten ginge verloren. Daher werden Schafe in regelmäßigen Abständen zum Weiden eingesetzt.